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TSG 1899 Hoffenheim — Club Economics BETA

e.V. / GmbH · 1. Bundesliga · Gegr. 1899 · PreZero Arena (30.150) · Sinsheim

Wie steht TSG 1899 Hoffenheim finanziell da? TSG 1899 Hoffenheim erzielt einen Financial Stability Score von 52 aus 100 Punkten (Ampel: gelb). Die Eigenkapitalquote liegt bei 71.4 Prozent (Liga-Durchschnitt: 34,1 Prozent), die Personalkosten-Quote bei 61.7 Prozent. Die Verbindlichkeiten-Quote beträgt 24.5 Prozent. Das Eigenkapital liegt bei €170.1M.
Datenstand: DFL-Bilanz: GJ 2023/24 (Stichtag 30.06.2024) · Kaderwerte: April 2026 · Transfers: aktuell · Update: DFL GJ 24/25 erwartet Mai/Juni 2026

Hoffenheim ist ein bilanzielles Paradox: Hervorragende EK-Quote (71,4%) bei gleichzeitig höchster PK-Quote der Liga (61,7%). Übersetzt: Hopp hat viel Geld reingesteckt (hohes EK), aber die laufenden Kosten fressen es auf. Ohne Hopp wäre Hoffenheim weder in der Lage, Bundesliga-Gehälter zu zahlen, noch den Spielbetrieb am Standort Sinsheim aufrechtzuerhalten. Die zentrale Frage: Was passiert nach Hopp?

Die zentralen Stärken im Überblick: Hohe EK-Quote (71,4%) — Hopp-EK als bilanzieller Puffer Niedrige Verbindlichkeiten (24,5%) — keine Schuldenproblematik Hopp-Finanzierung sichert Bundesliga-Existenz unabhängig von sportlichem Erfolg

Hoffenheim ist das fraglichste Konstrukt der Bundesliga: Ein Dorf-Club mit Großstadt-Gehältern, finanziert von einem 85-jährigen Mäzen ohne öffentliche Nachfolgeplanung. Die Bilanz sieht dank Hopp-EK solide aus — die PK-Quote (61,7%) zeigt die operative Realität. Die Frage 'Was kommt nach Hopp?' ist nicht ob, sondern wann sie beantwortet werden muss.

Die hier gezeigten Bilanzdaten basieren auf den DFL-Finanzkennzahlen 2025 (Geschäftsjahr 2023/24, Stichtag 30.06.2024). Die Bundesliga insgesamt wuchs in der Saison 2024/25 um 6,7 Prozent auf über 5 Milliarden Euro Umsatz. Ob TSG 1899 Hoffenheim überproportional von diesem Wachstum profitiert hat, werden die nächsten DFL-Finanzkennzahlen zeigen, die für Mai oder Juni 2026 erwartet werden. Im Tab Ausblick findet sich eine informierte Hochrechnung.

52
Robust
Umsatz 2023-24
€147.4M
Rohergebnis · Konzernabschluss
Personalkosten-Quote
61.7%
Liga-Ø 47.9%
Kaderwert
€180M
BW €80M · Reserven €100M
PreZero Arena
30.150 Plätze
Eigentum
Eigenkapital-Quote
71.4%
Liga-Ø 34.1%
Verbindlichkeiten-Quote
24.5%
Liga-Ø 47.0%
Fazit: Hoffenheim ist ein bilanzielles Paradox: Hervorragende EK-Quote (71,4%) bei gleichzeitig höchster PK-Quote der Liga (61,7%). Übersetzt: Hopp hat viel Geld reingesteckt (hohes EK), aber die laufenden Kosten fressen es auf. Ohne Hopp wäre Hoffenheim weder in der Lage, Bundesliga-Gehälter zu zahlen, noch den Spielbetrieb am Standort Sinsheim aufrechtzuerhalten. Die zentrale Frage: Was passiert nach Hopp?

DFL-Lizenz-Check

Alle Kennzahlen im grünen Bereich — aber: Die Bilanz reflektiert Hopp-Investitionen, nicht eigenständige Wirtschaftskraft. EK 170 Mio bei einem Dorf-Club mit 3.200 Einwohnern ist Mäzenaten-EK.

Eigenkapital positiv
€170.1M
Bestanden
EK-Quote > 30%
71.4%
+41.4 Pkt Puffer
Verbindl. < 50%
24.5%
25.5 Pkt Puffer
Bilanz (2024-06-30)
Bilanzsumme€238M
Anlagevermögen€150.3M
Umlaufvermögen€83.8M
Eigenkapital€170.1M
Rückstellungen€3.8M
Verbindlichkeiten€58.3M
GuV (2023-24)
Rohergebnis€147.4M
Personalaufwand€91M
Abschreibungen€30.1M
EBITDA€7M
Ergebnis n. Steuern€-23.2M
Spielerberater€14.3M

EK-Röntgen — Stille Reserven im Kader

Moderate stille Reserven. Hoffenheim zahlt hohe Gehälter (PK-Quote 61,7%) für einen Club dieser Größe — das drückt die Rendite jedes Transfers. Hohe Spielerwerte (Buchwert) relativ zum Marktwert.

Kader-Bewertung
Spielervermögen (Buchwert)€80M
Kader-Marktwert€180M
Stille Reserven€100M
Highlight-Spieler
Maximilian Beier BW €0M → MW €0M+€0M
Florian Grillitsch BW €0M → MW €5M+€5M
Tom Bischof BW €0M → MW €12M+€12M

Transferbilanz (5 Jahre)

Negative Transferbilanz über 5 Jahre — der Club investiert netto in den Kader.

SaisonAusgabenEinnahmenNetto
2025-26€35M€40M+€5M
2024-25€45M€20M-€25M
2023-24€50M€30M-€20M
2022-23€40M€35M-€5M
2021-22€30M€25M-€5M
5-Jahres-Saldo€200M€150M-€50M

Financial Stability Score — Komponenten

EK-Quote (25%)
95
Personalquote (25%)
10
Verbindlichkeiten (20%)
80
Transferbilanz (15%)
35
Umsatz-Diversif. (15%)
20
Stärken
  • Hohe EK-Quote (71,4%) — Hopp-EK als bilanzieller Puffer
  • Niedrige Verbindlichkeiten (24,5%) — keine Schuldenproblematik
  • Hopp-Finanzierung sichert Bundesliga-Existenz unabhängig von sportlichem Erfolg
  • SAP-Anbindung: Zugang zu Technologie und Netzwerk
Schwächen
  • PK-Quote 61,7% — höchste der gesamten Liga. Hoffenheim zahlt BVB-Gehälter bei Freiburg-Umsatz
  • Chronisch negative Transferbilanz (-50 Mio in 5 Jahren) — Hopp subventioniert
  • Sinsheim (3.200 EW Kernort, 35.000 Stadion): Strukturell kein Bundesliga-Standort
  • Fan-Akzeptanz begrenzt: Protest-Kultur anderer Fans, kein gewachsenes Fanmilieu
  • Hopp-Nachfolge völlig ungeklärt — existenzielle Frage für die nächste Dekade

Risikoprofil

Leading Indicators

Dietmar Hopp Gesundheit/Alter
Hopp ist Jahrgang 1940, also 85/86 Jahre alt. Keine öffentliche Nachfolgeregelung für das Fußball-Engagement bekannt. SAP-Beteiligung (5%) als Quelle — aber SAP-Aktie und persönliches Vermögen sind verschiedene Dinge.
PK-Quote Entwicklung
61,7% ist untragbar ohne Mäzen. Jede PK-Quote über 55% bedeutet: Der Club verdient operativ kein Geld.

Strukturrisiken

Existenziell
Hopp-Abhängigkeit
Dietmar Hopp ist alleiniger Mäzen. Kein anderer Investor, kein Konzern, kein Standort der eigenständig Bundesliga tragen könnte. Sinsheim hat 35.000 Einwohner (Rhein-Neckar-Region größer, aber Mannheim/Heidelberg haben eigene Clubs).
Hoch
Höchste PK-Quote der Liga
61,7% PK-Quote bedeutet: Für jeden Euro Umsatz gehen 62 Cent an Gehälter. Selbst Schalke vor dem Abstieg hatte keine so hohe Quote. Nur möglich durch Hopp-Zuschüsse.

Black Swan

Hopp-Nachfolge scheitert / Engagement wird reduziert
Hopp (Jg. 1940) wird das Engagement nicht ewig fortführen. Wenn seine Erben oder eine Stiftung das Fußball-Budget nicht im gleichen Umfang weiterführen, gibt es keinen Plan B. Hoffenheim hat bei 147 Mio Umsatz und 61,7% PK-Quote keine eigenständige Überlebensfähigkeit auf Bundesliga-Niveau. Vergleich: Wolfsburg hat wenigstens VW als Konzern — Hoffenheim hat eine Privatperson.
50+1-Debatte erzwingt Strukturänderung
Hoffenheim hat wie Leipzig eine Sonderstellung bei 50+1. Regulatorischer Druck könnte die Governance-Struktur erzwingen, die Hopps Einfluss begrenzt — was paradoxerweise auch seine Zahlungsbereitschaft reduzieren könnte.
Risiko-Fazit: Hoffenheim ist das fraglichste Konstrukt der Bundesliga: Ein Dorf-Club mit Großstadt-Gehältern, finanziert von einem 85-jährigen Mäzen ohne öffentliche Nachfolgeplanung. Die Bilanz sieht dank Hopp-EK solide aus — die PK-Quote (61,7%) zeigt die operative Realität. Die Frage 'Was kommt nach Hopp?' ist nicht ob, sondern wann sie beantwortet werden muss.

Ausblick — Hochrechnung GJ 2024/25

Schätzung · Keine offiziellen Zahlen

Die offiziellen DFL-Bilanzdaten beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2023/24. Auf Basis der bekannten Eckdaten — Transferaktivität 2024/25, Liga-Wachstum (+6,7% laut DFL-Wirtschaftsreport), sportliche Ergebnisse — lässt sich der Stand per 30.06.2025 informiert hochrechnen. Diese Schätzung wird ersetzt, sobald die offiziellen DFL-Finanzkennzahlen voraussichtlich im Mai/Juni 2026 veröffentlicht werden.

KennzahlGJ 23/24 (DFL)GJ 24/25 (Schätzung)
Umsatz€147.4M~€157M
Personalaufwand€91M~€96M
PK-Quote61.7%~61.1%
Transferergebnis netto-€25M
EBITDA€7M~€7M
Geschätztes Ergebnis€-23.2M~€-30–-16M
Geschätztes EK€170.1M~€140–154M
Geschätzte EK-Quote71.4%~56–62%
Simulator (in Vorbereitung): Ab Sommer 2026 können Sie hier Szenarien durchspielen — Was passiert bei Abstieg? Was bringt die Europa-League-Qualifikation? Erlösseite, Kostenseite, Handlungsbedarf — interaktiv pro Club.

Häufig gestellte Fragen

Wie abhängig ist Hoffenheim von Dietmar Hopp?
Vollständig. Hopp hat seit 1990 geschätzt über 500 Mio € in den Club investiert. Ohne ihn wäre Hoffenheim bestenfalls Regionalligist. Die PK-Quote von 61,7% (höchste der Liga) ist nur mit Mäzen-Zuschüssen tragbar.
Was passiert nach Hopp?
Die zentrale Frage. Hopp (Jg. 1940) hat keine öffentliche Nachfolgeregelung für das Fußball-Engagement kommuniziert. Mögliche Szenarien: Hopp-Stiftung übernimmt (mit reduziertem Budget), SAP-Anbindung wird formalisiert, oder gradueller Rückzug auf Zweitliga-Niveau.
Warum ist die PK-Quote so extrem hoch?
61,7% ist Liga-Spitze. Hoffenheim zahlt konkurrenzfähige Gehälter (um Spieler nach Sinsheim zu locken), hat aber nur 147 Mio Umsatz — weniger als Freiburg (195 Mio). Die Differenz finanziert Hopp.
Erfüllt Hoffenheim die DFL-Lizenzanforderungen?
Ja, dank Hopp-EK (170 Mio). Alle formalen Kriterien erfüllt. Aber: Ohne Mäzen wäre das operative Defizit (PK > 60% bei 147M Umsatz) nicht lizenzfähig.
Wie aktuell sind die Daten auf dieser Seite?
Die Bilanzdaten basieren auf den DFL-Finanzkennzahlen 2025, die das Geschäftsjahr 2023/24 abbilden (Stichtag 30.06.2024). Kaderwerte sind aktuell (April 2026, Quelle: SportMonks/Transfermarkt). Transferdaten sind aktuell. Die nächsten Club-Level-Bilanzdaten (GJ 2024/25) erwartet die DFL voraussichtlich im Mai oder Juni 2026. Im Tab Ausblick findet sich eine informierte Hochrechnung.
Quellen & Methodik: Bilanzdaten: DFL Finanzkennzahlen 2025 (GJ 2023-24), Konzernabschluss · Kaderwerte: SportMonks / Transfermarkt (April 2026) · Liga-Aggregate: DFL Wirtschaftsreport 24/25 (Jan. 2026) · FSS: eigene Berechnung · Methodik → · Stand: 12.04.2026
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