Story A 27. April 2001, Hamburg. Am 32. Spieltag empfängt der HSV den FC Bayern München. Patrik Andersson, eigentlich Innenverteidiger, steht in der Nachspielzeit am gegnerischen Strafraum. Sein Freistoßtreffer zum 1:1 in der vierten Minute der Nachspielzeit reißt die Münchner Bank von den Sitzen — Schalke, das parallel sein Heimspiel gewonnen hatte, verliert die Meisterschaft binnen Sekunden. Rudi Assauer wird später von „vier Minuten Meister" sprechen. Stefan Effenberg hatte den Ball im Mittelfeld gesichert, Anderssons Schuss schlug unhaltbar links unten ein. Bayerns 13. Meistertitel war perfekt.
Das Datum stimmt nicht. Anderssons Freistoßtor zum 1:1 beim HSV fiel am 19. Mai 2001 (34. Spieltag, letzter Spieltag), nicht am 27. April 2001.
→ Patrik Anderssons 1:1-Freistoßtor in der Nachspielzeit beim HSV am 19.05.2001, das Bayern die Meisterschaft sicherte und Schalke zum „Meister der Herzen" machte.
Story B 28. April 2012, Berlin. Borussia Dortmund gewinnt im Olympiastadion das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München mit 5:2 und holt das Double. Robert Lewandowski trifft dreifach, Shinji Kagawa und Mats Hummels steuern die weiteren Tore bei. Für die Bayern, die wenige Wochen später auch das Champions-League-Finale daheim gegen Chelsea verlieren werden, beginnt damit das, was die Münchner Boulevardpresse später „Finale dahoam"-Trauma nennt. Jürgen Klopps Dortmunder hatten bereits eine Woche zuvor die Meisterschaft fixiert. Das 5:2 bleibt bis heute das höchste Ergebnis eines Pokalfinales zwischen den beiden Klubs.
Das Datum stimmt nicht. Das 5:2-Pokalfinale Dortmund gegen Bayern fand am 12. Mai 2012 statt, nicht am 28. April 2012.
→ DFB-Pokalfinale 2012, BVB schlägt Bayern 5:2 mit Lewandowski-Dreierpack am 12.05.2012 — Dortmunder Double unter Klopp.
Story C 27. April 1996, München. Am 31. Spieltag verliert Borussia Dortmund beim FC Bayern mit 1:2 — und sichert sich trotzdem zwei Spieltage später die Meisterschaft. An diesem Samstag aber trifft Jürgen Klinsmann doppelt für die Bayern, Stéphane Chapuisat verkürzt für den BVB. Es ist Klinsmanns Rückkehr-Saison nach Tottenham, am Saisonende wird er mit 15 Treffern enden. Bayern, unter Trainer Otto Rehhagel und kurz vor dessen Demission, kämpft zu diesem Zeitpunkt noch um Platz zwei und den UEFA-Cup-Sieg, den die Münchner zwei Wochen später gegen Bordeaux holen werden. Dortmund wird am Saisonende seinen zweiten Titel in Folge feiern.
Story C ist faktentreu: Am 27. April 1996 schlug der FC Bayern den BVB 2:1, Klinsmann erzielte beide Tore, Chapuisat traf für Dortmund. Klinsmann beendete die Saison als Torschützenkönig-Anwärter, Bayern gewann zwei Wochen später das UEFA-Pokal-Finale gegen Bordeaux, Dortmund verteidigte trotz dieser Niederlage den Meistertitel. Story A verschiebt Anderssons berühmtes Last-Minute-1:1 beim HSV vom 19.05.2001 (letzter Spieltag) auf den 27.04.2001. Story B verschiebt das 5:2-Pokalfinale 2012 vom 12. Mai auf den 28. April.
→ Bundesliga 27.04.1996: FC Bayern schlägt Borussia Dortmund 2:1, Klinsmann trifft doppelt. Dortmund wird wenig später dennoch Meister, Bayern gewinnt UEFA-Cup-Finale gegen Bordeaux.